Geschichte

Geschichte



Gründung

Da die Kürenzer Grundschule am Ende der 1960er Jahre nicht genug Platz für alle Kinder der neuen Siedlungsgebiete rund um den Hohlengraben bot, entschloss sich die Stadt Trier, eine weitere Grundschule am Weidengraben zu errichten. Am 26. August 1971 öffneten sich für 229 Kinder zum ersten Mal die Türen der neuen Grundschule. Diese waren in 8 Klassen untergebracht– zwei pro Schuljahr. Schulleiter von da an war Hans Bremer. Aufgrund der stetig anwachsenden Schülerzahlen entschied sich die Stadt Trier 1975 für einen Erweiterungs- und Umbau. Als dieser jedoch fertig war, gingen die Schülerzahlen wieder zurück und so wurde der neue Gebäudetrakt erst einmal von der Berufsbildenden Schule für Wirtschaft genutzt. Zunächst wurden die Kinder zum Sportunterricht noch zur Turnhalle am Grüneberg gefahren, im Dezember 1983 konnte nun die neu errichtete Turnhalle der Schule bezogen werden. Die Zahl der Schüler nahm ständig zu, sodass 1991 mehr als 350 Kinder in 15 Klassen von fast 30 Lehrern unterrichtet wurden. Heute hat sich die Schülerzahl auf etwa 240 Schüler eingependelt, die in der dreizügigen Schule in elf bis zwölf Klassen mit 17-24 Schülern unterrichtet werden. Seit 1982 ist sie auch Ausbildungsschule.



Schwerpunktschule - Eine Schule für alle Kinder

Die Idee, beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Kinder in einer Klasse gemeinsam zu unterrichten, kam in Keune bereits 1984 auf und so begann im Schuljahr 1985/86 der erste Schulversuch: Zwölf Nichtbehinderte und fünf behinderte Kinder wurden nach den Lehrplänen der Grundschule und der Sonderschule gemeinsam unterrichtet. Dieser Schulversuche wurde im Schuljahr 1989/90 von einem zweiten abgelöst, der nicht in der Grundschule endete, sondern in der Kurfürst-Balduin-Hauptschule fortgeführt wurde. Zum Schuljahr 2001-2002 wurde die Keune-Grundschule nach 16 Jahren Erfahrung in der Integration zu einer Schwerpunktschule des Landes Rheinland-Pfalz.



Ganztagsschule

Da die Elternschaft ein Interesse an einer Ganztagsbetreuung signalisierte, stellte die damalige Rektorin Birgit Hagelauer 2006 einen Antrag zur Einrichtung einer Ganztagsschule, der zum Schuljahr 2007/2008 vom Landesministerium genehmigt wurde. Die Ganztagsschule, so ist Frau Hagelauer überzeugt, sei das Schulmodell der Zukunft, von dem sie sich eine optimale Förderung aller Kinder verspricht. Daher passt die Ganztagsschule auch in besonderer Weise zum Profil der Schule. Auch heute noch können die Eltern zwischen Halbtags- und Ganztagsangebot wählen. Für die Halbtagsschüler endet der Unterricht um 12.10 Uhr (1./2. Schuljahr), bzw. 13.10 Uhr (3./4. Schuljahr), die Ganztagsschüler sind montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12.10 Uhr/13.10 Uhr in der Schule.



Medienschule

Im Schuljahr 2008-2009 gewann die Keune-Grundschule den von der Nikolaus-Koch-Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ausgelobten Medienwettbewerb. Neben einer Geldzuwendung von insgesamt 10.000 € durfte die Schule am Förderprogramm "Medienschulen. Mit Medien leben und lernen" teilnehmen. Von den Geldern konnte ein Computerraum eingerichtet und die technische Ausstattung der Schule durch Digitalkameras, Laptops, digitale Aufnahmegeräte, eine digitale Videokamera und eine Spiegelreflexkamera ergänzt werden. Die Schülerzeitung "Keune-Agent" entstand. Auch nahm die gesamte Schule in diesem Schuljahr am Malwettbewerb "Uns’ schien Trier" teil – der Hauptgewinn war ein interaktives Smartboard, das nun das Herzstück des Computerraumes darstellt. Seitdem wird die Medienarbeit in Keune nicht nur fortgeführt, sondern auch vertieft und erweitert. Der "Keune-Agent" hat sich fest im Schulleben etabliert und erscheint regelmäßig zweimal pro Schuljahr. Die Examensarbeiten vieler unserer Lehramtsanwärterinnen beschäftigten sich mit der Einbindung neuer Medien in den Deutsch-, Sach- oder Religionsunterricht. Im Schuljahr 2009/2010 fand außerdem ein Studientag zu diesem Thema statt.


Mittlerweile hat die Schülerzeitung „Keune-Agent“ mehrere Preise (darunter mehrfach den Hauptpreis „Beste Grundschulschülerzeitung Rheinland-Pfalz“) gewonnen und ist mit den AGs „Keune-Agent“ und „Mini-Keune-Agent“ fester Bestandteil des Schullebens geworden.

Im Schuljahr 2016/2017 bewarb sich die Schule außerdem für das Programm „Medienkompetenz mach Schule“, das nun nicht mehr nur für die weiterführenden Schulen, sondern auch für die Grundschulen angeboten wird. Die Zusage erfolgte für das Schuljahr 2018/2019, sodass die Schule mit Unterstützung der Stadt Trier als Träger, sich weiter im Bereich der Digitalisierung auf den Weg machen kann.



Schule mit Wohlfühlfaktor

Neben dem Unterricht finden viele andere Aktivitäten statt: Schul-, Sport- und Jubiläumsfeste, Klassenfahrten, Projektwochen, Schülerzeitungsfahrten, Lesenächte, Teilnahme an Sportwettkämpfen (Leichtathletik, Schwimmen, Fußball, Basketball), Schach-AG (Rheinlandmeister der Grundschulen 2007), Waldjugendspiele, Lebensläufe, Adventsbasare, "Keune-Treffs" mit Vorführungen im musikalischen Bereich und vieles mehr, das die Gemeinschaft fördert.

IR
Informationen aus: Hiltrud Holzberger: Kürenz. Chronik eines Stadtteils (Kilomedia. Trier. 2008)



Wer war Keune?

Mit dieser Frage beschäftigte sich die Klasse 4c (SJ 2007-08) vor den Osterferien.  In Partnerarbeit wurden Personen befragt, Texte gelesen, ein Lebenslauf und ein Informationsbeitrag verfasst. Am Schulfest wurden die Arbeiten der Kinder im „Lesegarten“ veröffentlicht. Folgende Zusammenfassung stammt von Simon Phillippi und Felix Finkenberg.



 

Woher hat die Keune-Grundschule ihren Namen?

Es gab einen berühmten Altertumswissenschaftler. Er hieß Johann Baptist Keune. Er wurde am 27. November 1858 in Trier geboren. Keune besuchte das Gymnasium in Koblenz und studierte Altertumswissenschaft in Marburg und Bonn. Danach wurde er Lehrer am Friedrich–Wilhelm-Gymnasium in Trier und arbeitete freiwillig im Landesmuseum, das damals Provinzialmuseum hieß.

Durch ihn gab es den ersten gedruckten Führer durch das Museum. Ab 1892 war Keune Lehrer in Montigny bei Metz/Frankreich. Im März 1896 wurde er zum ehrenamtlichen Konservator des Altertumsmuseums in Metz ernannt. Drei Jahre später war er Museumsdirektor in Metz. Am 26. Juni 1906 bekam er den Professorentitel verliehen.

Am Ende des 1.Weltkrieges, der zwischen 1914 und 1918 war, wurde er aus Metz vertrieben. Dann fuhr er nach Trier und bekam eine Arbeitsstelle als Bibliothekar im Landesmuseum. Dort übernahm er Führungen, Vorträge und archäologische Ferienkurse für Lehrer. Außerdem schrieb er Beiträge für Zeitschriften und Zeitungen. Er beschäftigte sich besonders mit der Geschichte der Stadt Trier.


Johann Baptist Keune starb plötzlich im Alter von 78 Jahren am 12. Januar 1937 im Landesmuseum. In Trier Außer der Keune-Grundschule wurde der Keuneweg in Trier nach ihm benannt.